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Anstoß für mehr Barrierefreiheit: Durch Tauschen von Stutzen und anderen Spielkleidungsstücken wird Fußball für Farbenblinde inklusiver.

EFL erlaubt Kombination von Trikot-Sets

Gute Nachrichten aus England: Die English Football League (EFL) erlaubt in ihren Ligen Heimteams, auch "Auswärts"-Trikots im heimischen Stadion zu tragen. Das soll das Verfolgen des Spiels für Farbenblinde erleichtern.

Die EFL hat am vergangenen Freitag über eine interessante Regeländerung entschieden: Demnach dürfen auch Heimteams jetzt im als "Auswärts" bezeichneten oder einem alternativen Trikot auflaufen, wenn dies Probleme für farbenblinde Fans und Profis verhindert. Ferner ist es gestattet, Ausrüstungsgegenstände aus den anderen Trikot-Sets wie Hosen oder Stutzen zu wechseln. Das bedeutet konkret, dass Teams die Hosen und Stutzen des Heim-, Auswärts- oder Ausweich-Trikot-Satzes miteinander kombinieren können, wenn dadurch für Farbenblinde problematische Spielkleidung verhindert wird. Die EFL will außerdem beratend zur Seite stehen.

Wer ist die EFL?
Die English Football League (EFL) ist die älteste Fußballliga der Welt und bildet mit ihren Ligen den Unterbau unter der höchsten englischen Spielklasse, der Premier League des englischen Fußballverbandes FA. Insgesamt umfasst die EFL 72 Mitgliedsclubs, in einem Ligasystem von drei Divisionen.

Gutes Zeichen für weitere Ligen und Verbände

Der Interessenverband der Farbsehschwachen und Farbenblinden begrüßt diesen Schritt und erhofft sich dadurch auch eine Signalwirkung für weitere Ligen und Verbände. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball Bund (DFB) schreiben das Tragen des Heim-Trikots nicht explizit vor. Dennoch gibt es auch hierzulande oft Situationen, wo mehr Flexibilität der Vereine in der Wahl ihrer Spielkleidung das Spiel zugänglicher für Farbsehschwache und Farbenblinde machen würde.

Dies hilft nicht nur den Fans vor dem Fernseher und im Stadion, sondern auch von einer Farbsehschwäche betroffenen Spielerinnen und Spielern. Im Schnitt ist jede 200. Frau und jeder 12. Mann betroffen – in jedem Herren- und Jungen-Team rechnerisch mindestens ein Spieler.

Oft werden ganze Spielkleidungen gewechselt, weil ein Kleidungsstück zu ähnlich zu dem der gegnerischen Mannschaft ist. Hier würde es mehr bringen, wenn dann nur das betroffene Ausrüstungsstück gewechselt wird, sodass ein eindeutiger Kontrast zwischen den gegnerischen Spielkleidungen besteht, wie es bereits heute in den Regularien steht.

Für einen Austausch und Fragen zum Thema stehen wir als Interessenverband hier selbstverständlich auch den Clubs, Ligen und Verbänden zur Verfügung.

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