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Foto: unsplash.com/Markus Spiske

Die Welt ist bunt: Für jeden 12. Mann und jede 200. Frau allerdings anders.

Farbsehschwächen & Farbenblindheit

Etwa 8 % der Männer und 0,5 % der Frauen haben eine Farbsehschwäche oder sind farbenblind. Umgerechnet trifft das also auf jeden 12. Mann und jede 200. Frau zu. Doch wie sehen sie die farbige Umwelt? Was sind generelle Probleme und Herausforderungen?

Wenn wir umgangssprachlich von einer Farbenblindheit sprechen, meinen wir zumeist die Farbsehschwäche. Die häufigste Form der Farbsehschwäche ist die Rot-Grün-Schwäche. Betroffene sehen eine farbige Umwelt, die sich jedoch in unterschiedlich stark ausgeprägten Nuancen von der Farbwahrnehmung Normalsichtiger unterscheidet.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass Betroffene auch Rot und Grün sehen und als solches wahrnehmen können. Je kleiner die Farbfläche wird, desto schwieriger wird es, die „richtige“ Farbe zu erkennen.

Info zur Simulation

Eine Simulation bildet nicht die komplette Realität von Betroffenen ab.
Weitere Informationen

Original
Normales Sehen
Simulation
Normales Sehen
Foto: unsplash.com/Sergey Zolkin

Simulation einer Landschaftsszenerie mit verschiedenen Ausprägungen von Farbsehschwächen und der kompletten Farbenblindheit.

Problematisch wird es in der Regel bei Mischtönen und im direkten Vergleich. Es lassen sich zwar Unterschiede im Kontrast, also der Helligkeit erkennen. Allerdings ist bei der Rot-Grün-Schwäche Rot und Grün dieselbe Farbe, unter Umständen in verschiedenen Abstufungen. Es kommt auch vor, dass beispielsweise bei einem Regenbogen statt des Farbspektrums nur zwei oder drei Farben eindeutig identifiziert und wahrgenommen werden können.

„Obwohl ich keine körperliche Beeinträchtigung habe, die Menschen sehen können, fühle ich mich anders als alle meine Freunde, weil ich eine körperliche Krankheit habe, die man nicht sehen kann. Ich bin farbenblind.“

Malachi

Auswirkungen für Betroffene oft unklar

Viele Betroffene realisieren gar nicht, wie sehr sie die Erbkrankheit beeinflusst. Da sie seit der Geburt damit aufwachsen, ist ihnen die Farb-Realität gar nicht bekannt. Die Welt zeichnet sich schon seit der Kindheit mit all ihren Problemen ab, so dass Einschränkungen und Hindernisse als gegeben hingenommen werden, und sich damit arrangiert wird.

Erst wenn sich mit der Krankheit und den Auswirkungen näher befasst wird, werden viele alltägliche Auswirkungen und Probleme klarer. Es zeigt sich so immer deutlicher, dass die Krankheit mehr Einfluss auf das eigene Leben nimmt, als bisher angenommen und realisiert.

So kommt es vor, dass viele Betroffene bzw. deren Angehörige recht spät von der Erkrankung Notiz nehmen und eine frühzeitige Unterstützung nicht mehr möglich ist. Das führt dazu, dass negative Erfahrungen gemacht werden, und Betroffene nicht offen über ihre Probleme sprechen.

Als Resultat schweigt der Großteil der Farbsehschwachen und nimmt die Erkrankung hin, so dass kein Bewusstsein für eine Besserung entsteht. Dem wollen wir mit Aufklärung und Unterstützung entgegenwirken.